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| Kaum standen am folgenden Tage
die hohen Felsengipfel im Glanz des Sonnenlichts,
so hüpfte Gustav aus dem Bette und fand - wem
kommt dabey nicht das ehemahls selbst genossene
kindische Entzücken beym Anblick des Weihnachtsgeschenks
ins Gedächtniss? - einen netten Anzug auf dem
Stuhle am Bette, den die Gattinn des Schultheissen
von den Söhnen eines im Flecken wohnenden Edelmannes,
einstweilen angenommen hatte, kazaa mp3 da sich nicht so schnell,
als sie es jetzt wünschte, die Nähnadeln
zu Buchenthal in Bewegung setzen liessen. Ewalds
hatten ein Weilchen auf das Benehmen des kleinen
Lieblings gelauscht, und öffneten das Gemach,
als sich eben seine Empfindungen in ein lautes »Ach
wie schön!« auflösten. »Guten
Tag, Papa, guten Tag, Mama!« schluchzte Gustav,
und eilte den Kommenden entgegen, um mit tausend
Händeküssen ihnen Dank und Liebe zu zollen.
Die guten Alten staunten bey dem seltenen Feingefühl
eines so kleinen Knaben, und hätten von diesem
Augenblicke gegen die Schätze von Golconda,
dem aufgenommenen Pflegling nicht entsagt. Die muthigen
Apfelschimmel stampften schon ungeduldig im Hofe
den Boden. Gustav stack geschwind mit Ewalds Hülfe
in dem ganz passenden Anzuge, und glich einem jungen
Liebesgott, indess die Gattin des Schultheissen
alle die kleinen häuslichen Angelegenheiten
und die Geschäfte des Tages an das Gesinde
austheilte, ihm nochmahls Achtsamkeit und Fleiss
empfahl, genoss Gustav eine wohlschmeckende Milchsuppe,
denn Caffee kam selten, bloss bey ganz ausnehmenden
Fällen, in Ewalds Haus, weil diese Leute einen
gewissen edlen Stolz im Entsagen allen dessen, was
das Ausland zeugte, suchten, und sich genügsam
an das, was auf heimathlichem Boden wuchs, hielten.
Auch kannte Ewald lebende Beyspiele genug, dass
Neigung und Geschmack an dem, das Blut in Wallung
setzenden - und schlecht gekocht, den Magen schlaff
machenden - Caffee sich beym weiblichen Geschlechte
so leicht in Leidenschaft umwandle, als beym männlichen
die Liebe zum Schnaps. Seine Familie zählte
einige unglückliche Beweise dieses Satzes,
die dem wohlwollenden Manne eine unumstössliche
Abneigung gegen diese Schote einflössten, obschon
seine ökonomische Lage ihm allenfalls auch
heutigen Tages, wo Caffee so ungemein gestiegen
ist, dass man ihn kaum bezahlen kann - gestattet
hätte, denselben ohne deutsche Mengsel und
sonstige Hülfsmittel, die Caffee heissen, ohne
es zu seyn, zwey Mahl täglich zu geniessen.
Dächten und handelten doch alle Deutsche wie
Ewald! Zehnmahl hatte die geschäftige Alte
alle nöthigen Befehle schon gegeben, und eben
so oft noch eine Kleinigkeit nachzuholen. Jetzt
suchte sie einen Schlüssel, den sie in den
Händen hielt, dann einen Pelzmantel, den sie
im Juny doch gewiss nicht nöthig hatte. Ewald
lächelte und ging an den Wagen. Das gute Hausweib
hatte, obschon es nahe an den Sechzigen stand, noch
keinen vollen Tag die Pfähle im Stich gelassen,
in denen es von Jugend auf lebte und webte; bloss
Theilnahme und Liebe zu Gustav, konnte es zu diesem
Entschluss bewegen. Endlich kam sie mit zwey Schachteln
von ziemlichem Umfange voll Victualien, eine Magd
folgte mit einem dito Sack, und hinten auf dem Wagen
blöckten zwey festgebundene Hammel um baldige
Entlassung aus so lässigen Fesseln. Die Hofhunde
bellten zum Abschiede, Hans schwang die Peitsche,
und pfeilschnell flogen die ungeduldigen Apfelschimmel
zum Flecken hinaus. Glück auf den Weg!
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